Dienstag, 16. März 2010

Zwei zum Preis von zwei (oder mehr)

Vor fast genau einem Jahr haben sich die G20-Staaten in London darauf verständigt, die Mittel des Internationalen Währungsfonds (IWF) zu erhöhen. Von dieser Erhöhung der IWF-Krisenhilfen trägt die EU 100 Millarden Dollar, wovon der deutsche Anteil etwa 30 Milliarden Dollar beträgt. Gedacht sind die Gelder für Länder, die sich in genau der Situation befinden, in der die Griechen momentan stecken. Doch helfen soll der IWF in Griechenland offenbar nicht. Den Grund nennt der ehemalige Generaldirektor für Wirtschaft und Währung in der EU-Kommission, Klaus Regling, im Deutschlandradio Kultur:

[...] es ist besser, wenn das innerhalb der Familie, innerhalb Europas geregelt wird und nicht von einer Institution, die global aufgestellt ist, wo Nichteuropäer 70 Prozent der Stimmen haben.

Das heißt, der IWF, der wichtig ist für die Weltwirtschaft, hat seine Abstimmungsmechanismen, bei denen Europa eine Minderheit darstellt naturgemäß, aber wir wollen, glaube ich, nicht in Europa eine Situation haben, wobei die Amerikaner und die Chinesen bestimmen, wie die Wirtschaftspolitik eines einzelnen Euro-Landes aussehen sollte.

Also zahlen wir zusätzlich zu den 30 Milliarden an den IWF noch einmal zig Milliarden an einen zu schaffenden Europäischen Währungsfond. Allein aufgrund von "Eitelkeiten der EU-Politiker" (Hans-Werner Sinn), denen der IWF aus fadenscheinigen Gründen nicht genehm ist. Der gleiche IWF wohlgemerkt, der derzeit mit Hilfsprogrammen in Ungarn, Lettland und der Ukraine engagiert ist. Das verstehe wer will...

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