Freitag, 30. April 2010

Die bösen Rating-Agenturen

Heute kam im Deutschlandradio Kultur ein Interview mit Heiner Flassbeck, Chefvolkswirt der UNO-Organisation für Handel und Entwicklung, der UNCTAD.

Ich habe wirklich selten soviel Unfug von einem Ökonomen gehört.

Auf die Frage, ob wir eine europäische staatliche Rating-Agentur brauchen:

Flassbeck: Ja, in der tat, absolut, denn vor allem die Ratings von Ländern gehören nicht in die Hände irgendwelcher privater Agenturen, die unter dubiosen Umständen ihre Urteile fällen.

Also ist es sinnvoller, wenn in Zukunft sich die Staaten selbst ein Qualitätssiegel aufdrücken? Wie glaubwürdig soll das sein?

Die deutsche Industriekreditbank hätte diesen Mist ja nie gekauft, wenn nicht die Rating-Agentur AAA draufgeschrieben hätte.

Also kauft man bei der halbstaatlichen IKB mehr oder minder alles, auf die irgendwer mit großem Namen sein AAA-Siegel geklebt hat? Sollte es wirklich so sein (aber ich bezweifle, dass man bei der IKB so dumm ist), hätte diese Bank es doch verdient, am Ende über den Tisch gezogen zu werden.

Man könnte auch die Rating-Agenturen vollständig abschaffen, auch in allen gesetzlichen Verordnungen und sonst was bei der Bankenaufsicht, dann hätten die Banken die Pflicht, wenn sie schärfer reguliert werden, auch selbst hinzugucken und sich zu überlegen, was in dem Produkt drinsteckt. Das ist auch eine Möglichkeit.

Das setzt dem ganzen Unsinns-Interview die Krone auf. Weil Rating-Agenturen nun auf die Problematik zunehmender Staatsverschuldung reagieren und ihre Bewertungen herabstufen, gehören sie abgeschafft? Genauso gut hätte Flassbeck fordern können, alle Zeitungen und sonstige Medien zu verbieten, um schlechte Nachrichten aus der Welt zu schaffen. Die Rating-Agentur sind nicht Schuld an Griechenlands Misere.

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