Montag, 24. Mai 2010

Köhler, Worte und Taten

Gestern hat Bundespräsident Horst Köhler das Gesetz über den deutschen Anteil am Euro-Rettungsschirm unterschrieben. Anlass genug sich noch einmal an das Jahr 1992 zu erinnern. Damals war Köhler Staatssekretär im Bundesfinanzministerium und verhandelte die Details des Maastricht-Vetrages mit. In einem SPIEGEL-Interview versuchte er die schon damals aufkommenden Bedenken zu zersträuen, dies sei der Einstieg in eine europäische Transferunion.

KÖHLER: [...] In den USA schwankt zum Beispiel das Pro-Kopf-Einkommen zwischen Connecticut und Mississippi um 100 Prozent. Gefährdet das etwa den Dollar-Währungsraum?

SPIEGEL: Kein Mensch aus Jackson käme auf die Idee, Subventionen von einem Mit-Amerikaner in Hartford zu fordern. Aber genau das wird in Europa der Fall sein.

KÖHLER: Nein, eben nicht. Und das müssen wir deutlich machen. Es wird nicht so sein, daß der Süden bei den sogenannten reichen Ländern abkassiert. Dann nämlich würde Europa auseinanderfallen.

Wenn er sich nur heute an seine Worte erinnern würde...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen