Mittwoch, 29. September 2010

Sinkende Strompreise?

In der ARD-Sendung "PlusMinus" wollte man gestern belegen, dass die Verlängerung der Atomkraftwerks-Laufzeiten gar nicht zu sinkenden Strompreisen führten. Die Behauptung, dass dies das Ziel der Verlängerung sei, hatte man allerdings zuvor selbst erfunden. Denn in Deutschland werden die Strompreise, Atomkraft hin oder her, nicht sinken. Aus zwei Gründen.

Was den Strompreis in den letzten Jahren in die Höhe trieb waren Kosten für die Zwangsabnahme des Ökostroms durch die Energiekonzerne. So erhalten bspw. die Betreiber von Photovoltaikanlagen eine Einspeisevergütung von etwa 40 Cent pro KWh Solarstrom. Und bei Windkraft und dem übrigen erneuerbaren Energien ist es nicht anders. Diese Mehrkosten legen die Energiekonzerne auf die Verbraucher um, und da der Anteil der Erneuerbaren seit Jahren steigt, steigen auch die Strompreise.

Der zweite, und wesentlich wichtigere Punkt ist aber, dass in der deutschen Politik einen quasi-Konsens darüber gibt, dass Energiepreise teuer zu sein haben. Das gilt für Strom ebenso wie für Benzin, Erdgas und so weiter. Deshalb belastet man sie auch mit etlichen Steuern. Gerade den Grünen ist dieser Aspekt besonders wichtig, und vor dem Hintergrund versteht man auch ihre Ablehnung gegen längere AKW-Laufzeiten. Denn deren Verlängerung wirkt in der Tat "preisdämpfend", wie die Stromkonzerne angaben, und die dümmliche Reaktion der PlusMinus-Autoren ("Was immer das heißen mag.") zeigt, dass sie diesen Zusammenhang nicht verstanden haben.

Donnerstag, 16. September 2010

Döpfners Sicht auf das Leistungsschutzrecht

Der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer AG, Mathias Döpfner, meinte in der NZZ das Leistungsschutzrecht verteidigen zu müssen. Herausgekommen ist wenig neues. Besonders bemerkenswert ist aber seine Argumentation.
Google ist unser Partner, nicht unser Hauptfeind. Wir arbeiten gemeinsam mit Google an wichtigen Projekten. Das Leistungsschutzrecht richtet sich nicht gegen Google. Und wir möchten uns bei Google auch nicht sperren lassen, sondern dort und anderswo auffindbar bleiben.

Eine merkwürdige Partnerschaft, bei der am Ende der zahlen soll, der die eigentliche Leistung erbringt. Offenbar hat die Medienbranche noch immer nicht erkannt, dass ihnen Google News mehr nützt als schadet, und dass sie genau genommen an Google zahlen müssten.